Vita

Anstelle eines Lebenslaufs – Interview mit Christoph Illigens

Wie wird man zum Graphic Recorder?

Wahrscheinlich nicht geboren. Zumindest ich nicht. Denn als ich geboren wurde, gab es den Beruf noch gar nicht. Selbst als ich mit dem Live-Zeichnen anfing, steckte das Ganze noch in den Krabbelschuhen. Der Beruf ist mit mir gewachsen.

Jetzt sind wir aber immer noch nicht schlauer?

Stimmt. Nun gut, die meisten Graphic Recorder und Visualisierer haben einen künstlerischen Hintergrund. Zeichnen ist nun mal ein künstlerischer Akt. Es gibt bildende Künstler und es gibt Grafik Designer. Ich studierte Visuelle Kommunikation und Grafik Design.

Und dann ging’s los?

So schnell reiten die Preußen nicht, oder wie heißt das Sprichwort?

So schnell schießen die Preußen nicht, glaube ich.

Ich mag keine militärischen Metaphern. Egal. Nein, ich arbeitete als Art Director. Später leitete ich als Geschäftsführer eine Werbeagentur. Das hilft mir heute sehr bei der Arbeit. Da lernt man Strategische Denke – um ein Werberwort zu nutzen.
Aber meine Leidenschaft blieb es, mit Bildern zu kommunizieren und so Probleme zu lösen. Deswegen machte ich mich als Illustrator wieder selbstständig.

Wie ging es dann weiter?

Eine Studienkollegin engagierte mich für Veranstaltungen. Das war eher ein Zufall. Doch da zeigte sich, das ist genau mein Ding. Meine Erfahrung in der Konzeption und mein schneller Strich waren prädestiniert fürs Live-Zeichnen. Je mehr ich zeichnete, desto mehr entwickelte sich mein Stil. Das sprach sich rum. So wurde ich Visualisierungstrainer in der bikablo®-Akademie und machte ein sogenanntes Facilitator-Curriculum. Das bieten die Kommunikationslotsen an. Nach dem Curriculum war ich acht Jahre lang assoziierte Partner der Lotsen.

Du sagst, Graphic Recordings und Visualisierungen sind keine Wimmelbilder?

Was ich damit meine: grafische Protokolle sind Verlaufszeichnungen. Sie dokumentieren einen Prozess. Der Verlauf sollte als Geschichte sichtbar sein. Der berühmte rote Faden. Genauso ist es bei strategischen Visualisierungen. Bunte Bilder sind vielleicht nett anzuschauen. Dank eines strukturierten Inhaltes erhalten Sie ihren aber unternehmerischen Mehrwert.

Man könnte also sagen, du vereinst jetzt deine Zeit als Illustrator mit der Zeit als Stratege?

Besser könnte ich es selber nicht ausdrücken.
Aber eins ist mir noch wichtig, die strategischen Zeichnungen, ganz gleich ob live oder prozessual entstanden, spiegeln Menschen und Ideen. Durch die Dokumentation greife ich in den Prozess ein – ob gewollt oder nicht gewollt. Gerade ein Facilitator arbeitet an der Schnittstelle zum Coaching. Daher habe ich noch eine Ausbildung zum systemischen Einzel- und  Team-Coach und eine Fortbildung zum Scrum Master angeschlossen. So verstehe ich die Prozesse meiner Kunden besser, kenne ihre Sichtweisen und kann sie effektiver unterstützen.

Uff, fassen wir zusammen.
Du warst Grafik-Designer, Art Director, Geschäftsführer einer Werbeagentur und Illustrator. Jetzt bist du Facilitator, Visualisierungstrainer, Live-Zeichner bzw. Graphic Recorder, vom dvct zertifizierter systemischer Coach und Teamcoach und nicht zuletzt von der ScrumAlliance zertifizierter Scrum Master. Irgendetwas vergessen?

Sollte reichen, oder?

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